Die Zukunft des einzigen Umweltbildungszentrums der Stadt, der Villa Dohrmann, hängt am seidenen Faden. Während der Magistrat und die Koalition aus SPD, CDU und FDP den Verkauf des Geländes forcieren, hält der Widerstand gegen diese Pläne an.
„Die Ankündigung von Sülmez Çolak (SPD), die Projekte der Villa Dohrmann erhalten zu wollen, während gleichzeitig der Verkauf des Geländes forciert wird, ist politisch schon sehr unglaubwürdig.“, kritisiert Bettina Zeeb, schulpolitische Sprecherin der Fraktion GRÜNE + P. „Wer den Verkauf eines ökologisch einzigartigen Areals beschließt, ohne einen konkreten und gleichwertigen Ersatzstandort zu benennen, nimmt das schleichende Aus der Umweltbildung im Bremerhavener Süden billigend in Kauf. Die Villa Dohrmann ist weit mehr als eine Immobilie. Das 10.000 m² große Areal fungiert als ökologisches Scharnier zwischen einem Wasserschutzgebiet, Naturschutzgebiet und Landschaftsschutzgebiet. Dort gibt es einen über 100-jährigen Buchenbestand und seltene Wildpflanzenpopulationen, wie zum Beispiel die Blutwurz. Darüber hinaus bietet das Areal einen sicheren Lebensraum für seltene Amphibienarten wie den Teichmolch und den streng geschützten Nashornkäfer.“
Diese gewachsene Biodiversität lasse sich nicht „umziehen“, betont Zeeb: „Ein Ersatzstandort in einem Gewerbegebiet oder irgendeiner Parkanlage könnte die spezifische Verzahnung von Biotopschutz und Pädagogik niemals ersetzen. Denn neben der ökologischen Funktion dient die Villa als einzigartiger außerschulischer Lernort und wichtiges Familienzentrum für die Ortsteile Surheide, Grünhöfe und den Stadtteil Wulsdorf. Jährlich rund 11.000 Teilnehmende belegen die enorme Akzeptanz. Aber mit Frau Çolaks Vorstoß rückt der Verkauf der Villa näher. Auf unsere Anfrage im März in der Stadtverordnetenversammlung sagte der Magistrat noch nichts Konkretes zu den weiteren Plänen. Jetzt soll der SPD-Antrag offenbar die Kritiker:innen beruhigen und den Weg zum Ende der Villa Dohrmann ebnen. Darum fordern die Fraktion GRÜNE + P sowie die Kreisverbände von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die PARTEI den Magistrat und insbesondere die SPD-Fraktion auf, die Verkaufspläne sofort zu stoppen. Die Villa Dohrmann muss als städtisches Eigentum gesichert werden, um den Schutz der Artenvielfalt und die Qualität der Umweltbildung dauerhaft zu garantieren“, schließt Zeeb.
Für Rückfragen: Bettina Zeeb, 01575 5354974
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