Hafensenatorin Christina Vogt möchte verschiedene dringend notwendige Hafenbauprojekte in Bremerhaven erst allmählich nach einer von ihr vorgeschlagenen Priorisierung umsetzen. Dies verkenne deren Bedeutung für die Seestadt, kritisiert die Stadtverordnetenfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN + P. Außerdem stellen sie die Priorisierung der Senatorin in Frage.
„Hafenmole und Drehbrücke haben nicht nur ihren praktischen Nutzen, sondern auch einen hohen kulturellen Stellenwert für unsere Stadt“, betont Fraktionsvorsitzender Claudius Kaminiarz. „In Bremen wird manchmal übersehen, dass Bremerhaven eine Hafenstadt aus vollem Herzen ist. Wir haben vielleicht weniger historische Bauten mit großer Ausstrahlung. Umso bedeutender ist für uns der Hafen – eben nicht nur wirtschaftlich, sondern auch als Lebensgefühl mit den hierfür klassischen Bauwerken. Wenn es dann heißt: „Das geht auch billiger, das kommt später“, muss sich Frau Vogt nicht wunder, dass es Gegenwind aus Bremerhaven gibt. Interessant ist dabei allerdings, dass mit der FDP und CDU jetzt zwei Parteien zu den lautesten Kritikerinnen gehören, die über Jahre die Schuldenbremse nicht reformieren wollten. Bei jeder Gelegenheit fordern sie mehr Geld für die Infrastruktur, sagen aber nie, wo das Geld herkommen soll. Seriös ist das nicht.!
Der ehrenamtliche Grüne Dezernent Ralf Rüdiger Heinrich, hakt zudem bei der Prioritätensetzung der Hafensenatorin nach: „Der Neubau des Containerterminals stehe für sie an erster Stelle, hat Frau Vogt gesagt. Dafür werden mindestens 750 Millionen Euro veranschlagt. Da muss die Frage gestellt werden, ob und wann das in diesem Umfang erforderlich ist. Trotz geringem Anstieg beim Containerumschlag bestehen gegenwärtig und auch zukünftig erhebliche Kapazitätsreserven hinsichtlich der benötigten Kajen und Terminalflächen. Die geplante Automatisierung des Containerumschlags durch neue Containerbrücken, für die die Stromkaje erneuert werden soll, wird die Flächenproduktivität der Terminals wesentlich erhöhen und damit den Flächenbedarf deutlich verringern. Beim Autoumschlag sieht es nicht besser aus. Während im Jahr 2014 ca. 2,4 Mio. Fahrzeuge umgeschlagen wurden, wurde im Jahr 2024 mit ca. 1,2 Mio. Fahrzeugen nur noch 50 % des bisher höchsten Umschlages erreicht. Diese Entwicklungen sind bislang in der Investitionsplanung der Häfen in Bremerhaven nicht angemessen berücksichtigt worden“, schließt Heinrich.
Für Rückfragen:
Claudius Kaminiarz, 0179 7312466; Ralf Rüdiger Heinrich, 0151 23220327
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