Zugang zu freiwilligen Integrationskursen darf nicht eingeschränkt werden!

Die Bundesregierung schränkt den Zugang zu freiwilligen Integrationskursen ein, um Kosten zu sparen. Dies schließt Zugewanderte aus, die keine Verpflichtung durch das Jobcenter oder die Ausländerbehörde erhalten, aber dennoch Ihre Sprachkenntnisse verbessern und so den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern wollen. Das sei Irrsinn findet Petra Coordes, sozialpolitische Sprecherin der Stadtverordnetenfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN + P. 

„Auf der einen Seite soll der Zugang für Asylbewerber:innen zum Arbeitsmarkt erleichtert werden, auf der anderen Seite werden die Möglichkeiten für eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt erschwert. Das passt nicht zusammen. Einen erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt begrüßen wir GRÜNE + P. Doch dafür sind Sprachkenntnisse und Wissen über Kultur und Rechtsordnung notwendig – und genau das bieten Integrationskurse. Laut Agentur für Arbeit Bremen/Bremerhaven pendeln vor allem junge Menschen und Geflüchtete zwischen schlecht bezahlten Jobs und Arbeitslosigkeit, weil ihnen die nötigen Qualifikationen fehlen. In Bremerhaven liegt der Anteil bei fast 70 Prozent.“ 

Letztlich schade die Bundesregierung dem Wirtschaftsstandort Deutschland, meint Coordes: „Einige Branchen brauchen dringend Fachkräfte und das wird ohne Zugewanderte nicht gehen. Nehmen wir als Beispiel die Pflege. Vor einigen Wochen hat die Diakonie Altenhilfe ein vorläufiges Insolvenzverfahren beantragt, unter anderem, weil sie leere Betten wegen fehlender Fachkräfte nicht belegen konnte. Anstatt Integrationskurse zu streichen, sollte die Bundesregierung lieber den so genannten Spurwechsel ermöglichen, also den Wechsel vom Geflüchteten-Status hin zur Aufenthaltsgenehmigung zum Zweck der qualifizierten Arbeitsaufnahme. Doch pragmatische Lösungen will die Bundesregierung nicht, wenn es um Geflüchtete geht. Vielmehr stiehlt sie sich aus der Verantwortung für den Fachkräftemangel und lässt Kommunen wie Bremerhaven, die Sprachkurse für Geflüchtete nicht selbst finanzieren können, im Regen stehen. Wer jetzt Integrationskursen kürzt, spart am falschen Ende“, schließt Coordes. 

Für Rückfragen: Petra Coordes, 01759 9902170

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