GRÜNE + P: Insolvenz – auch wegen Fachkräftemangel

Mit großer Betroffenheit hat die Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN + P die Meldung über den Insolvenzantrag der Diakonie Altenhilfe Bremerhaven zur Kenntnis genommen. Der Geschäftsführung gebührt für den verantwortungsbewussten Schritt großer Respekt und der Mitarbeiter:innenschaft uneingeschränkte Solidarität. Auch die Bewohner:innen benötigen jetzt Sicherheit und Zuspruch. 

„Wichtig ist zunächst die Botschaft, dass die beiden Pflegeeinrichtungen der Diakonie weiterbetrieben werden“, betont Petra Coordes, sozialpolitische Sprecherin von GRÜNE + P. „Die Bewohner:innen können in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und die Beschäftigten behalten zunächst ihren Arbeitsplatz. .Jetzt geht es darum die Existenz beider Einrichtungen langfristig zu sichern. Politik muss dabei im Rahmen der Möglichkeiten unterstützen. Aber natürlich machen sich die Mitarbeiter:innen große Sorgen um ihre Zukunft. Dabei werden sie angesichts des Fachkräftemangels dringend gebraucht. Ja offenbar hat gerade der Fachkräftemangel maßgeblich zur finanziellen Schieflage der Diakonie Altenhilfe beigetragen. Dieses bekannte Problem in der Pflege können wir in Bremerhaven nicht komplett lösen. Aber wir können kommunal mehr tun, als bisher geschehen ist. Extrem wichtig ist zum Beispiel die Ausbildung. Da können wir gezielt bei der Berufsorientierung in den Schulen ansetzen, um mehr junge Menschen für Pflegeberufe zu interessieren.“ 

Carsten Baumann-Duderstaedt, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion, macht weitere Vorschläge: „Unsere Fraktion hat im Gesundheitsausschuss mehrfach auf das Potenzial zugewanderter medizinischer und pflegerischer Fachkräfte hingewiesen und entsprechende Lösungsvorschläge gemacht. Sinnvoll wäre auch eine Fortschreibung des II. Bremerhavener Integrationskonzeptes. Hier haben wir bereits wirksame Maßnahme für die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte in Jobs in Schule und KiTa durchgeführt. Das sollten wir für Pflegeberufe weiterentwickeln, auch wenn uns aktuell das Geld für konkrete Projekte fehlt. Die dafür nötigen Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds wurden schon vorzeitig ausgegeben und ich bezweifle, dass die Koalition hierfür Geld in den nächsten Haushalt einstellt. Ein weiterer Ansatz ist das Welcome-Center-Bremen zur Gewinnung ausländischer Fachkräfte in den Gesundheitsfach- und Heilberufen. Leider hat sich das Land Bremen mit dessen Realisierung viel zu viel Zeit gelassen. Und was dabei für Bremerhaven herauskommt, ist auch noch ungewiss“, schließt Baumann-Duderstaedt.

Für Rückfragen:              Petra Coordes, 0175 9902170
                                       Carsten Baumann-Duderstaedt, 0172 9300603

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