Die Obdachlosigkeit in Deutschland nimmt aktuell besorgniserregend zu. Über eine Millionen Menschen waren 2024 obdach- oder auch wohnungslos. Für Petra Coordes, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN + P, besteht Handlungsbedarf nicht nur auf Bundeebene, sondern auch kommunal in Bremerhaven.
„Wir Grünen“, so Coordes, „haben bereits in der letzten Legislatur einen Antrag zur Einführung des Projektes Housing First in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Für das Konzept Housing First hat die Vermittlung von Wohnungen an wohnungslose Menschen Vorrang vor anderen Unterstützungsleistungen. Die eigene Wohnung wird also als zentrale stabilisierende Maßnahme gesehen. Leider wurde der Antrag in der Stadtverordnetenversammlung vor der letzten Wahl nicht mehr beraten. Aber zumindest ist nach einer engagierten Debatte im Sozialausschuss die Streetwork- Obdachlosenhilfe aufgebaut worden. Ein wichtiger Schritt, denn wir hatten bis dahin keine Übersicht über die Situation in Bremerhaven.“
Damit sei Bremerhaven aber noch nicht am Ziel, meint Coordes. Sie hält am Projekt Housing First fest: „Die Ursachen von Obdachlosigkeit sind vielfältig. Sucht, Verlust des Arbeitsplatzes, Schulden, vielfach auch Mietschulden können zur Obdachlosigkeit führen. Bremerhaven muss hier zum einen vorbeugende Angebote wie z.B. die präventive Schuldner:innenberatung erhalten und stärken. Zum anderen geht es aber immer um die Vermittlung in eigenen Wohnraum. Darum werden wir GRÜNE + P prüfen, ob wir das Thema Housing First erneut in die Stadtverordnetenversammlung einbringen. Um solche Konzepte dann auch in die Tat umzusetzen, müssen wir uns außerdem den Bremerhavener Wohnungsmarkt anschauen. Hier fehlen aktuell nutzbare Ein-Zimmer-Wohnungen. Angesichts des Leerstandes müsste dieses Problem allerdings lösbar sein. Hier muss die Stadt aktiv werden und zumindest entsprechende Nutzungsmöglichkeiten prüfen. Wie wichtig das ist, zeigt der Winter. Bei den aktuell eisigen Temperaturen brauchen wir zumindest vorübergehende Notunterkünfte für Wohnungslose“, schließt Coordes
Für Rückfragen: Petra Coordes, 0179 7312466
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