In Bremerhaven wird bis Mitte 2026 eine neue kommunale Wärmeplanung erarbeitet. Damit folgt die Stadt den Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes, das vorsieht, dass alle deutschen Städte mit über 100.000 Einwohner:innen bis Mitte nächsten Jahres eine Planung für die Wärmeversorgung, insbesondere die Versorgung der Haushalte mit Fernwärme, vorlegen muss.
„Gegenwärtig sind ca. 6000 von insgesamt ca. 63.000 Haushalten in Bremerhaven an das vorhandene Fernwärmenetz angeschlossen“, erläutert Claudius Kaminiarz, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/DIE GRÜNEN +P. „Die Fernwärme entsteht im Müll-Heiz-Kraftwerk an der A 27. Die Wärmekapazität des Kraftwerkes reicht für ca. 30 % des Wärmebedarfes der Seestadt. Der örtliche Energieversorger swb will durch den Ausbau des Fernwärmenetzes dieses Wärmepotential bis zum Jahr 2024 ausschöpfen. Angesichts des Klimawandels müssen wir unsere CO2-Emissionen drastisch verringern. Das Verbrennen von Abfall ist aber keineswegs klimaneutral. Auch wenn es sich um sogenannte unvermeidbare Abwärme handelt, entsteht die Wärme durch fossile Verbrennungsprozesse. Zudem reicht Kapazität des Müllheizkraftwerkes nur für ca. 30 % des Wärmebedarfs der Stadt. Für uns ergibt sich daraus die Frage, wie zusätzliche emissionsfreie Wärmequellen für ein möglichst großes Fernwärmenetz erschlossen werden können. Die Antwort finden wir im dänischen Esbjerg, einer Stadt mit 100.000 Einwohner:innen direkt an der Nordsee, wie Bremerhaven. Dort versorgt eine Meerwasser-Wärmepumpe die Stadt mit 90 °C heißem Wasser im Fernwärmenetz. Selbst wenn die Temperatur der Nordsee 4 °C oder weniger hat, reicht das Wärmepotential aus. Die notwendige elektrische Energie für die Wärmepumpe wird über Windkraftanlagen klimaneutral bereitgestellt.“
Der Grüne Stadtrat Ralf Rüdiger Heinrich hat hierzu Gespräche mit dem deutschen Hersteller dieser Meerwasser-Wärmepumpe, dem Unternehmen MAN Energy Solutions, geführt und erklärt: „Bremerhaven muss den Bau einer Meerwasser-Wärmepumpe oder von Flusswärmepumpen im Mündungsbereich der Weser intensiv prüfen. Das Unternehmen MAN Energy Solutions hat uns bestätigt, dass Nordsee und Weser mehr als genug Wärmeenergie liefern könnten. Eine Nutzung ist technisch ohne Probleme möglich, egal ob salzhaltiges Meerwasser oder Brackwasser aus der Weser. Und es hätte keinerlei negative Folgen für die Umwelt. Darum fordern wir GRÜNE + P die Träger der kommunalen Wärmeplanung auf, die Wärmegewinnung aus dem Meer- oder Weserwasser stärker als bislang in die kommunale Wärmeplanung einzubeziehen. Das würde einen wesentlichen Beitrag für das Bremerhavener Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2038 leisten. Was im dänischen Esbjerg klappt, sollte auch in Bremerhaven funktionieren.“
Für Rückfragen:
Claudius Kaminiarz, 0179 7312466; Ralf Rüdiger Heinrich, 0151 23220327
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