LLoyd Werft muss unter Schutzschirm des Bundes!

"Die Lloyd Werft bildet von der Entwicklung und Planung bis hin zum Bau und der Instandhaltung alle schiffsbaulichen Kompetenz in Bremerhaven ab", so Maurice Müller, hafenpolitischer Sprecher der Grünen. "Die Lloyd Werft, das Wissen und die Kompetenz der Mitarbeitenden sind für Bremerhaven und den Werftstandort Deutschland unverzichtbar."

Wir fordern den Erhalt der 350 Arbeits- und Auszubildendenplätze der Lloyd Werft in Bremerhaven sowie den Erhalt der Lloyd Werft mit ihren jetzigen Kompetenzen. Wir fordern die Bundesregierung daher auf, ihren Wirtschaftsstabilisierungsfonds endlich auf die antragsstellenden deutschen Werften anzuwenden.

Wir verlangen als Grüne, dass die Lloyd Werft auch dann Hilfe aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds erhält, wenn die Werft in der Zwischenzeit den Besitzer wechseln sollte. Daher erwarten wir Grünen, dass der Senat diese Hilfen von der Bundesregierung im Bremischen Interesse einfordern.

Gerade, weil die Genting Gruppe in finanziellen Problemen steckt, sollte die Bundesregierung an einer Förderung der Lloyd Werft in einer anderen Holdingstruktur interessiert sein. Die bedrohten Werften in Bremerhaven, im Emsland sowie in Rostock, Stralsund und Wismar bilden industrielle Zentren in strukturschwachen Regionen. Die Bundesregierung muss daher ein industrie- und strukturpolitisches Interesse an der Existenzsicherung der norddeutschen Werft-Standorte haben. 

Die Bundesregierung muss mehr für die Werften tun, als ein Sanierungskonzept von Genting einzufordern. Die gleichzeitige Vor-Festlegung der Bundesregierung, dass in Mecklenburg-Vorpommern 1300 Stellen abgebaut werden müssen, ist für die Menschen vor Ort ein Schlag ins Gesicht.

Dabei hat der Bund klare Ziele zur Sanierung der deutschen Flotte als Hilfe für die Werftstandorte benannt. Er sollte im Rahmen der vergaberechtlichen Möglichkeiten darauf hinwirken, dass die genannten Standorte durch Aufträge gestärkt werden. 

Die Ziele zur Flottenertüchtigung sowie das Programm „Saubere Schifffahrt“ müssen von der Bundesregierung genutzt werden, um die Werftstandorte durch die Krise zu bringen. Jetzt weiter abzuwarten wäre fatal für die maritime Infrastruktur Deutschlands.

"Die Lloyd Werft und die Werften anderer Standorte, die unter den Stabilisierungsfonds wollen, sind mit innovativen Antriebssystemen in der Lage bedeutende Beiträge zur Senkung der weltweiten Schiffsemissionen zu leisten", so Maurice Müller.

Die Herausforderungen zur CO2-Senkung im Schiffsbereich sind riesig. Auf europäischer Ebene hat man das erkannt: Insbesondere durch Druck der Grünen hat das Europäische Parlament beschlossen, dass die Schifffahrt in das Europäische Emissionshandelssystem aufgenommen werden soll. Es hat zudem das Ziel verabschiedet, bis 2030 – also in nur 8 Jahren – 40% der Emissionen in der EU-Seeschifffahrt einzusparen. Das zwingt zu Investitionen in klimafreundliche Schiffe! 

Gerade die Lloyd Werft in Bremerhaven hat Kompetenzen im Spezialschiffbau und bei der Instandhaltung der Polarstern. Die Lloyd Werft verfügt über Klimaschutz Knowhow, das gebraucht wird, um die hohen CO2-Emissionen der deutschen Flotte massiv zu senken. Hierzu haben deutsche Werften von der Bundesregierung mehrfach ein Flottenprogramm gefordert, was CO2-Emissionssenkung und Instandhaltung der deutschen Flotte vereinen würde. Diese Idee sollte im Sinne der wirtschaftlichen Stabilisierung des deutschen Schiffbaus und der ökologischen Transformation der Schifffahrt weiterverfolgt werden. 

Wir Grünen sehen in klimafreundlichen Schiffsantrieben eine große Chance, insbesondere für den Standort Bremerhaven. Wir als Rot-Grün-Rote Koalition fördern daher mehrere Projekte im Bereich der maritimen Antriebswende.

Mit dem Inno Segler, der auf Wind und Segeltechnik setzt, sowie den maritimen Wasserstoffanwendungen schafft das Land Bremen wichtige Strukturen für klimafreundliche Antriebssysteme. Das bedeutet: weg vom Marinediesel und hin zu optimierten Segelsystemen für Schiffe sowie wasserstoffbasierten Treibstoffen, wie Grünem Methanol. Daher investiert das Land in die Forschung mit Grünem Wasserstoff am Standort Bremerhaven. Ziel ist Wasserstoffanwendungen im Schiffsbereich umzusetzen und energieeffizienter zu machen.

Diese klimafreundliche Forschungsausrichtung braucht deutsche Werften, wie die Lloyd Werft, um klimafreundliche Konzepte umsetzen zu können. Daher sind die Werften in Deutschland ebenso systemrelevant wie die Deutschen Häfen. 

Für die Lloyd Werft und ihre 300 Beschäftigten sowie die Zulieferer geht es um eine klare Perspektive. Natürlich wäre ein Verkauf, raus aus dem kriselnden Genting Konzern, für uns Grüne der wünschenswerte Fall. Gleichzeitig muss die Bundesregierung aber ihren Ankündigungen auch Taten folgen lassen. Das Land Bremen braucht starke und innovative Werften für die Zukunft unserer maritimen Wirtschaft. 

"Wir Grüne erwarten von der Bundesregierung, dass sie ihre Verantwortung für den Schiffbau in Bremerhaven und Bremen wahrnimmt, indem die Bundesregierung die Lloyd Werft in den Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes aufnimmt", so Maurice Müller abschließend.



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