23.01.2019

„Herr Grantz – der OB der Männer?“

Am vergangenen Samstag fand wieder einmal die Feier zur Bremer Eiswette statt, und wieder einmal waren Frauen in schlechter Tradition von dieser Veranstaltung ausgeschlossen. Peinlich wurde es diesmal, weil der Bremer Bürgermeister, Carsten Sieling, verhindert war und die Herren der Eiswette seine Vertreterin, Bürgermeisterin Karoline Linnert, nicht an ihrem Tisch duldeten. Als Notnagel musste dann Bremerhavens Überbürgermeister Melf Grantz den Bremer Bürgermeister ersetzen.

„Herzlichen Glückwunsch zu dieser Ehre, Herr Grantz“, gratuliert Petra Coordes, sozialpolitische Sprecherin der Grünen Stadtverordnetenfraktion. „Haben Sie und die anderen Herren solch eine Tradition nötig? Dafür gibt es doch die feucht-fröhlichen Touren durch das Bremer und Bremerhavener Umland am Vatertag.“ Was gerne als alte Tradition verteidigt wird, bewertet Coordes eher als doppelzüngige Peinlichkeit: „Gestern hat Herr Grantz der neuen Präses der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven, Janina Marahrens-Hashagen, zu ihrem Amt gratuliert. Als echter Gentleman sollte er sich zugleich dafür entschuldigen, dass er in einer Runde aus Politik und Wirtschaft feiert, bei der Frau Marahrens-Hashagen nicht erwünscht ist, nur weil sie eine Frau ist. Der Magistrat sollte die Macher der Eiswette nicht dabei unterstützen, sich symbolisch über Frauen zu erheben, und künftige Einladungen zu dieser Veranstaltung ausschlagen. Bremens Bürgermeister Sieling hat es gerade vorgemacht. Herr Grantz war nicht als Privatperson zur Eiswette eingeladen, sondern als unser Oberbürgermeister. Und als solcher repräsentiert er alle Bürgerinnen und Bürger Bremerhavens. Oder ist er etwa nicht der Oberbürgermeister der Frauen in unserer Stadt?“ fragt Frau Coordes abschließend.

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