01.12.2017

Grüne verurteilen Schmiererei an Bremerhavener Synagoge.

In der Nacht von Montag auf Dienstag haben bislang Unbekannte ein Hakenkreuz an die Bremerhavener Synagoge geschmiert. Doris Hoch, Fraktionsvorsitzende der Grünen in Bremerhaven, äußert sich hierzu mit Bestürzung und Wut: „Hakenkreuzschmierereien, und dann auch noch an einer Synagoge, machen mich maßlos wütend. Es tut mir sehr leid, dass Jüdinnen und Juden auch hier in unserer Stadt diese Menschenverachtung entgegenschlägt. Antisemitismus ist menschenverachtend. Er sieht nicht mehr den Menschen gegenüber, sondern kennt nur noch den eigenen paranoiden Hass. Wir sind uns sicher, dass der Magistrat gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde Maßnahmen entwickeln wird, die die Sicherheit von Jüdinnen und Juden in Bremerhaven verbessern.“

Antisemitismus lasse sich aber nicht allein mit der Polizei bekämpfen, betont Sülmez Dogan, kulturpolitische Sprecherin der Grünen: „Politisch werden wir nicht aufhören, gegen rechte Parolen, Antisemitismus und Rassismus zu kämpfen. Wer Jüdinnen und Juden angreift, greift genau das an, wofür eine offene demokratische Gesellschaft steht, nämlich das Recht auf Eigenständigkeit, Selbstbestimmung und Freiheit. In den letzten Jahren greift in Deutschland ein Nationalismus um sich, der genau diese Grundwerte verneint. Die deutsche Demokratie wuchs aus der kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Wenn ein Björn Höcke das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin ein ‚Denkmal der Schande‘ nennt, um sich deutsch zu fühlen, hat er nicht verstanden, dass Selbstbewusstsein aus Selbstkritik erwächst. Wir müssen in Schulen und Parlamenten, auf der Straße und in Vereinen darüber streiten, wie wir allen Menschen in Deutschland gleiche Rechte, Freiheit und Teilhabe ermöglichen können. Und dazu gehört auch immer wieder die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus. Allen sollte klar sein, dass ein kniender Willy Brandt in Warschau tausendmal mehr Größe hatte als all die vermeintlich aufrechten Deutschen, die nicht mehr über den Nationalsozialismus und die Shoah reden wollen“, schließt Frau Dogan.

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